Psychopharmaka werden eingesetzt, um Gefangene bewegungsunfähig zu machen, zur Erzeugung von Gesprächsbereitschaft in Verhörsituationen, zur Erzeugung von Angstzuständen und zur generellen Störung oder gar Zerstörung der Psyche, vor allem, um damit die geistige Kritik- und Widerspruchsfähigkeit für immer ausser Kraft zu setzen.
Ein hochdosierte und langfristig betriebene Psychopharmaka-Behandlung an sich gesunder Menschen kann die motivationale und intellektuelle Grundlage des Dissidierens vernichten. Wer der Psychopharmaka-Folter ausgesetzt wird, gerät in die Gefahr, seine geistige Freiheit dem Überlebenswillen, sofern er diesen noch hat, zu opfern: "einige politische Gefangene widerrufen tatsächlich ihre Ansichten, geben zu, dass sie geisteskrank sind, und versprechen, ihr "Verbrechen" nicht zu wiederholen, nur um diese "Behandlung" zu beenden." (A. Podbranek)